Geld verdienen durch herumsitzen! 10 Situationen, in denen du nicht traden solltest

Jagen nach Signalen und dem nächsten großen Gewinn, das suchen nach Kreuzungen von Moving Averages, andauernd neue Indikatoren ausprobieren, durch die unterschiedlichen Zeiteinheiten jagen, hoffen, dass die Kurslücke geschlossen wird und sich durch die Woche hedgen – das ist Trading. Falsch!

Der Grund, warum so viele Trader scheitern, ist, dass sie immer versuchen einen Trade am laufen zu haben, weil sie glauben, das wäre der einzige Weg, Geld zu verdienen.

Die Wahrheit aber ist: Je weniger du handelst, umso besser werden deine Ergebnisse sein! Das mag sich im ersten Moment total seltsam anhören aber ich habe mit zig Tradern gearbeitet und ich sehe genau das immer! Sobald ein Trader seine Einstellung zum weniger traden hin gewechselt hat, verbessern sich dessen Ergebnisse meist sofort.

Wenn du dich öfter gestresst, ängstlich und überwältigt fühlst, MUSST du lernen, entspannter zu handeln. Mach’ den Nebenkrach aus, suche dir eine gute Idee und Strategie und trade dann, wie ein Scharfschütze. Das ist der schnellste und beste Weg, deine Tradingergebnisse zu verbessern.

Wenn du mir nicht glaubst, warte bis zum Ende des Artikels und du wirst verstehen, warum weniger handeln und das Wissen, wann man nicht handelt, genau das ist, was professionelle und profitable Trader perfektioniert haben.

“Geld macht man beim warten, nicht beim trading.”

Jesse Livermore

1. Wenn du über den Trade nachdenken musst

Die besten Trades sind die, die dir quasi ins Gesicht springen. Wenn du nur kurz auf den Chart schaust und sofort weißt, was du machen musst – dann ist es ein guter Trade.

Trading bezeichnet man oft als das Business der “Mustererkennung” und ein Trader, der schon hunderte Trades abgesetzt hat, kennt den Unterschied zwischen einem profitablen Trade und einem Setup, das “einfach nicht richtig aussieht”.

Wenn du erst eine Pause zum Nachdenken brauchst und genauer nachschauen musst, ist es meistens besser, diesen Trade auszulassen und nicht zu handeln.

2. Wenn du nicht weißt, wo dein Stop hin muss

Auch, wenn du eine großartige Tradingchance gefunden hast, heißt das nicht immer, dass du direkt in den Markt springst. Wenn du kein ordentliches Level für deinen Stoploss siehst/findest oder du deinen Stop dafür zu weit weg setzten musst und dadurch dein Gewinn:Risiko Verhältnis nicht gut ist, handelst du NICHT!

Die meisten Amateure spielen so lange mit ihren Stops herum, bis sie denken, dass der mögliche Gewinn groß genug sein könnte. Ich kann es dir nur aller wärmstens ans Herz legen: Es ist extremst wichtig einen ordentlichen und sicheren Platz für deinen Stoploss zu finden, BEVOR du dir einen Platz für denen TakeProfit suchst! Der Stop kommt immer da hin, wo (wenn der Preis dort ist) ganz sicher ist, dass deine Tradingidee schief gegangen ist! Ist das zu nah, zu weit weg oder sonst irgendwas negatives, tradest du NICHT!

3. Wenn der Markt dein System gerade nicht mag

Das ist etwas, was in 99% aller Tradingbücher nicht gesagt wird und das lässt auf ein Fehlen der Selbsterkenntnis schließen. Frage dich selbst: “Was ist es, was mein System ausmacht?” Hast du ein Trendfolgesystem und suchst hohes Momentum? Handelst du Ranges und wartest auf eine klar definierte Range ohne Momentum? Oder handelst du Trend-Enden mit weniger werdendem Momentum? Brauchst du Märkte mit wenig Volatilität, in denen der Preis die Widerstände und Unterstützungen respektiert?

Wenn der Markt gerade nicht so ist, wie es für dein System gut und nötig ist, bleibe draußen. Handle NICHT!

4. Wenn du Verluste wieder reinholen willst

Hast du gerade einen Verlierer-Trade geschlossen und deine Finger zucken schon wieder für den nächsten Trade? Willst du deine Positionsgröße erhöhen, um deinen Verlust wieder wett zu machen? Wenn du dich in diesen Zuständen befindest: Nimm deine Finger von der Maus und gehe weg! Mache eine Pause oder sonstwas aber HANDLE NICHT!

Auch, wenn das Setup perfekt aussieht: Dein Denken ist möglicherweise benebelt und du trifft deine Trading-Entscheidungen emotional. Gehe weg von deiner Tradingplattform, mache eine kurze Pause. Danach sehen die Dinge meist anders aus.

5. Wenn du glaubst, die Märkte wären “zu hoch” oder “zu tief”

Nutzt du manchmal die Worte “zu hoch” oder “zu tief” und glaubst, dass nur, weil der Preis lange gefallen oder gestiegen ist, er jetzt umdrehen muss?

Insbesondere Trader, die Oszillatoren nutzen und ihre Tradingentscheidungen auf Grund des “überkauft” und “überverkauft” treffen, bekommen oft dieses Problem. Ein Überkauft-Signal, z.B, meint nicht, dass der Markt jetzt fallen wird oder fallen muss. Überkauft meint, dass der Markt sehr stark ist und es sehr wahrscheinlich ist, dass es weiter geht. Ich werde das noch in einem anderen Artikel genauer ausführen.

6. Wenn der Preis schon zu weit von deinem Einstieg weg ist

Manchmal verpassen wir Trades oder sehen sie nicht, wenn sie auf dem Chart auftauchen. Das Schlimmste, was du machen kannst, ist, den Trade zu jagen, indem du zu spät einsteigst.

Wenn du den Trade jagst, ist dein Einstieg an einen schlechten Punkt und genauso sind es auch dein Stoploss und dein Takeprofit.

Du kannst nicht alle Setups handeln und das ist auch OK so. Jage deine Trades nicht. Du kannst immer andere, neue, bessere Trades suchen und finden aber, du kannst dein Geld nicht zurück bekommen, wenn dein schlechter Trade dadurch in die Hose geht, dass du zu spät eingestiegen bist!

7. Wenn du deine Analysen nicht gemacht hast – wenn ein Trade nicht deinem Plan entspricht

Jeder Trade oder jedes Szenario sollte in deinem Plan sein, bevor es passiert. Wenn es nicht in deinem Tradingplan steht, ist es meistens besser, den Trade nicht zu machen.

Amateurtrader schreiben keinen Tradingplan und wechseln ständig durch die Zeiteinheiten und Märkte – nur, um irgendwie, irgendwo ein Signal zu erhaschen. Wir wissen alle, wie das endet!

Einen Tradingplan zu haben, BEVOR man sich an sein Tradingterminal setzt, solltefür jeden Trader selbstverständlich sein. Wenn du keinen hast, erstelle einen. Ich helfe dir gerne dabei.

8. Wenn du jemand anderen nach seiner Meinung fragst

Als Trader musst du deine Entscheidungen vollkommen autonom treffen, denn du alleine musst auch mit den Konsequenzen leben!

Wenn ein Trader externe Bestätigung braucht oder Signale von anderen nutzt, wird er/sie nicht als Trader und in seiner/ihrer Persönlichkeit wachsen, denn dann gibt er auch sämtliche Verantwortung für sein handeln ab. Aus deinen eigenen Fehlern zu lernen ist essentiell für deinen Erfolg! Außerdem musst du auch wissen, warum dieser Trade überhaupt eingegangen werden soll, wenn du ein professioneller und profitabler Trader werden willst.

9. Wenn du dich auf ein Performance-Ziel fokussierst

Wir waren alle mal dort, wo wir nur noch einen kleinen Gewinn brauchten, um wieder Breakeven zu sein oder unser gesetztes Performance-Ziel zu erreichen. Aber dann gehen die Dinge meist nicht mehr so, wie sie eigentlich geplant waren. Meist endet das dann darin, dass man Trades erzwingt und so nur noch größere Rückschläge einsteckt.

Bewerte deine Performance nicht auf täglicher, wöchentlicher oder sogar nur monatlicher Basis! Du kannst nicht kontrollieren, wie viele Trades für dich kommen und, wie der Preis sich bewegen wird. Bleibe immer offen und nehme die Trades genau so, wie sie kommen – ohne, dass du sie erzwingst.

10. Wenn du persönliche, berufliche oder gesundheitliche Probleme hast

Trading ist eine hoch-anstregende und fordernde Tätigkeit und professionelles Trading fordert deine volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Wenn du dich nicht zu 100% auf deine Charts konzentrieren kannst und immer wieder an den Stress mit deinem Kollegen oder den Streit mit deiner Frau denken musst, wird dein Trading darunter leiden.

Du kannst immer wieder einen neuen Trade finden. Du bekommst aber nicht dein Geld wieder, wenn wegen so einem Mist dein Trade schief geht.

Trade nur, wenn du keine Gründe mehr findest, nicht zu handeln

Nur dann solltest du traden.

Wenn du ein Setup findest, das deinem Setup einspricht, es sich innerlich gut anfühlt, wenn du nicht wegen deinem letzten Verlust frustriert bist, wenn der Trade in deinem Tradingplan zu finden ist und, wenn der Chart dir gute Möglichkeiten für deinen Stoploss und TakeProfit gibt, … dann drückst du das Knöpfchen! Und nur dann!

Stelle dir vor, dir wären nur drei Trades pro Woche erlaubt. Wie würdest du dann handeln? Das “drei Trades pro Woche”-Konzept ist sehr kraftvoll und wird deine Equitykurve deutlich verbessern!

Denke an die ganzen Trades, die du eingegangen bist und du wusstest, dass irgendwas dir sagte, dass du es lieber lassen solltest! Es ist eine ziemlich sichere Voraussage, dass die allermeisten Trader deutlich bessere Ergebnisse hätten, wenn sie weniger handeln würden.

Es gibt immer ein nächstes, richtig gutes Setup! Du bekommst aber dein Geld nicht zurück erstattet, wenn du einen Trade eingehst, bei dem du weißt, dass du es lieber lassen solltest.