Forex Trading-Psychologie Grundlagen

Vielleicht hast du schon einmal von den drei M’s des Trading gehört: Mind, Money und Method – also Geist, Geld und Methode. In diesem Beitrag werden wir diese drei Sachen etwas näher besprechen. Trading Psychologie ist ein extrem wichtiges Thema, mit dem man sich möglichst früh in seiner Trading-Karriere intensiv auseinandersetzen MUSS – sonst wird das nichts mit dem Geld verdienen! Wenn du nicht verstehst, wie dein Gehirn und dein Geist arbeiten (und dich ärgern), hast du keine Chance, langfristig im Trading erfolgreich zu sein!

Trading ist, wahrscheinlich mehr als alle anderen Tätigkeiten, eine extreme Kopfsache, d.h. das Meiste, was du während des Tradings machst, passiert ausschließlich in deinem Kopf. Wenn du es nicht schaffst, deinen Geist ordentlich zu kontrollieren, hast du absolut keine Chance auf dauerhafte Gewinne. Schlimmer noch: Du wirst dein komplettes Geld verlieren und das GARANTIERT!

Meiner Erfahrung aus der Arbeit mit vielen Trading-Einsteigern ist, dass den Neuen relativ schnell bewusst wird, dass ihr Kopf eine zentrale Rolle im erfolgreichen Trading spielt. Leider aber konzentrieren sich nur sehr wenige intensiv darauf, die damit verbundenen Probleme irgendwie abzustellen. Trading-Psychologie ist im selben Boot, wie Risiko- und Moneymanagement. Die Meisten sagen, dass sie sich später darum kümmern – wenn sie anfangen Gewinne in den Märkten zu machen. Das Problem damit: So funktioniert das nicht! Es muss genau andersherum passieren!

Emotionen im Trading

Um das Ganze zu verstehen und sich dann mit der Trading-Psychologie auseinandersetzen zu können, musst du wissen, welche Emotionen im Trading auf dich zukommen.

ACHTUNG! WICHTIG!
Diese Emotionen kommen NUR beim Handel mit einem Echtgeld-Konto! Demo-Trading bringt nicht einmal ansatzweise die psychologischen Emotionen, wie der Handel mit echtem Geld!

Gier

Eine alte Wallstreet-Weißheit sagt: “Bullen machen Geld, Bären machen Geld aber Schweine werden geschlachtet.” Und diese Weisheit hat die zahlreichen Test in der Realität mehr als nur ein Mal bewiesen. Gier ist eigentlich selbsterklärend aber es gibt da ein paar Punkte, denen du dir bewusst sein solltest, wenn du an den Märkten handelst.

Das wichtigste und augenscheinlichste an der Gier ist, dass du eine sehr harte Zeit haben wirst und kein Geld verdienen wirst, wenn du deine Gier nicht unter Kontrolle hältst. Du versuchst es dann einfach zu sehr, irgendwelche Gewinne aus dem Markt zu quetschen. Das wird dann zwangsläufig dazu führen, dass du dein Geld verlierst. Beim Trading geht es natürlich um das “Geld verdienen” und somit ist es völlig normal, dass die Gier früher oder später kommen wird. Ich könnte über Gier wirklich den ganzen Tag schreiben aber es gibt eine Hauptsache, die du verstehen musst: Die einzige Möglichkeit, dauerhaft an den Märkten Geld zu verdienen, ist Ruhe und Entspannung.

Wenn du nur ein kleines Tradingkonto hast, wird Gier nicht dazu führen, dass du es schneller größter tradest! Was dir aber helfen wird, ist ruhiges und diszipliniertes handeln! Was du auf keinen Fall machen solltest: Zu viel und zu oft zu handeln, einen zu großen Hebel zu nutzen, nur weil du auf dein Glück hoffst, dass es vielleicht klappt. Selbst wenn es klappt, baust du damit ein Gier-Verhalten auf, was früher oder später dazu führt, dass du alles verlierst. Handle ruhig, entspannt, diszipliniert und konsistent – dann wird alles gut.

Euphorie

Euphorie ist vielleicht eine der fiesesten Emotionen, die einen Trader erwischen. Normalerweise assoziiert man Euphorie eher nicht mit einem negativen Verhalten. Im Trading führt sie aber oft zu Verlusten. Nach einem ordentlichen Gewinn (oder auch mehreren hintereinander) fühlt man sich als Trader natürlich sehr gut und manchmal ist man sogar euphorisch. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Wird die Euphorie aber nicht erkannt und ordentlich kontrolliert, führt sie zu wirklich seltsamen Tradingfehlern und damit zu ordentlichen Verlusten.

Wie ich auch noch öfter in diesem Blog schreiben werde, tendiert ein euphorischer Trader zu viel zu viel Vertrauen in sein Können, eine böse und falsche Einschätzung! Er überschätzt sich komplett und das geht nahezu immer schief! Irgendwie scheint es im Hirn der Menschen so eine feste Verbindung zu geben, dass wir und einbilden, dass alleine WIR durch unser Können diese guten Trades hinbekommen haben. Je öfter solche guten Trades kommen, umso fester ist das im Geist des Traders verankert und führt dann dazu, dass man die Risiken kleiner einschätzt, als sie tatsächlich sind. Und, wie immer, wenn man Risiken falsch einschätzt und überheblich wird, kommt der Fall irgendwann – immer!

Angst / Zweifel

Auch Angst hat ihren festen Platz im emotionalen und psychologischen “Arsenal” der Trader. Aber Auch Angst kann eine Menge Probleme bereiten, wenn es ums Trading geht. Zuerst: Es ist normal und auch gut, wenn du ein bisschen Angst hast, wenn du handelst. So erkennst du die Risiken, die das Ganze in sich hat, wenn du einen Trade abgesetzt hast. Du solltest immer vorsichtig handeln und im Hinterkopf haben, dass jeder Trade, den du eingehst, ein Verlust sein kann. Jede Strategie hat eine vollkommen zufällige Verteilung von Gewinnen und Verlusten und das lässt sich auch nicht ändern. Du kannst also niemals sicher sein, dass ein bestimmter Trade zu Gewinnen führt. Mit der Zeit kann man aber Statistiken erstellen und so eine gewisse Sicherheit durch die Zahlen erlangen, wenn man sich immer schön an seine Tradingregeln hält. Ist die Strategie “gut”, wird man langfristig Gewinne machen, wenn man ordentlich handelt. Du musst immer daran denken, dass jeder Trade schief gehen kann. Diese Angst ist gut und gesund!

Aber nicht für jeden Trader ist Angst gut. Manche haben so viel Angst, dass sie es nicht schaffen einen Trade zu eröffnen – auch nicht, wenn er noch so gut ist. Diese Trader haben so viel Angst, dass sie komplett gelähmt sind. Meist entsteht das durch zu große Verluste oder zu viel Stress bei den voran gegangenen Trades – entstanden wahrscheinlich, weil sie mit zu großen Hebeln gehandelt haben und es sehr viel des Kontostands pulverisiert wurde – oder in kurz: Diese Ängste entstehen oft, wenn der Trader zuvor zu gierig war!

Trading ist im Prinzip ein Spiel, in dem es darum geht, seine Emotionen im Schach zu halten. Lasse deine Emotionen nicht dafür sorgen, dass sie dich in der Hand haben und du deshalb komische Dinge tust!

Hoffnung

Hoffnung ist noch so eine typische Emotion, die ähnlich ist, wie die Euphorie. Im Bereich des Trading ist sie meist schädlich! Es ist nahezu unmöglich einen Trade einzugehen und nicht ein gewisses Mass an Hoffnung zu verspüren. Das ist normal und auch gut. Schließlich möchtest du ja, dass der eingegangene Trade in die von dir geplante Richtung geht. Aber: Bedenke immer, dass es den Markt nicht interessiert, was du machst und, wie viel Hoffnung du hast. Er macht, was er will, ganz egal, was du hoffst oder willst.

Du musst als Trader also auch deine Hoffnung kontrollieren. Du musst verstehen, dass jeder Trade ein vollkommen zufälliges Ergebnis hat, weil im Markt ALLES passieren kann. Und du kannst das nicht kontrollieren! Das heißt nicht, dass deine Trading-Ergebnisse insgesamt zufällig sind. Nur jeder Trade alleine für sich ist absolut nicht steuerbar und daher der Ausgang vollkommen zufällig!

Achte darauf nicht zu viel Hoffnung in einen einzelnen Trade zu legen. Du kannst aber sehr hoffen, dass du über die Zeit Gewinne machen wirst, wenn du mit einer guten Strategie und der dazugehörigen Disziplin handelst. Dein Vorteil wird sich mit der Zeit auszahlen.

Reue

Reue ist etwas, was wohl jeder Trader kennt, der mit echtem Geld handelt. Ein verpasster Trade, der fette Gewinne gebracht hätte, das Herausgehen aus einem Trade kurz bevor er richtig durchstartet oder das Erleben eines schief gegangenen Trades, der ursprünglich nicht nach deinem Tradingplan gestartet wurde. Alle diese Dinge führen zu Reue. Reue hat eigentlich überhaupt keine brauchbare Funktion für einen Trader – im Gegenteil: Sie führt meistens zu anderen, schädlichen Emotionen, wenn du es ihr erlaubst.

regrets

Reue lässt Trader unüberlegt wieder in den Markt springen nach einem schief gegangen Trade oder der Trader jagt einem verpassten Trade hinterher… mit den entsprechenden negativen Folgen. Ich kenne Trader, die durch zu viel Reue ihren kompletten Tradingaccount geerdet haben! Sie haben ständig etwas bereut, nachdem sie einen Trade geschlossen hatten, bspw. dass sie nicht auch noch die letzten 5 Pips mitnehmen konnten, dass sie 3 Pips zu spät eingestiegen sind, …. was auch immer. Sie sind immer wieder unüberlegt in den Markt gegangen und haben dadurch massive Verluste erlebt.

Ich versuche dir mal zu erklären, warum Reue verschwendete Zeit ist: Jeder Trade hat ein vollkommen zufälliges Ergebnis! Ich weiß, ich wiederhole mich aber das ist wichtig! Wenn du wirklich verstanden hast, dass das Ergebnis dieses Trades vollkommen unabhängig von dem vorhergehenden Trade ist, dann siehst du auch, warum Reue vollkommene Zeit- und Energieverschwendung ist. Du musst dir einfach eine gewisse Disziplin angewöhnen und eiskalt dein geplantes Ding (siehe deinen Tradingplan) durchziehen. Wenn du immer etwas tust, was du hinterher bereust, wirst du zwangläufig deinen Tradingaccount platt machen.

Ärger / Frustration

Ärger und Frustration sind sehr ähnlich und oft relativ schwer auseinander zu halten. Das größte Problem für Trader ist, dass Ärger und Frustration dazu führen, dass der Trader sich am Markt rächen möchte. Um nur einen Pip ausgestoppt zu werden nur, um dann zu sehen, dass der Trade in deine geplante Richtung durchstartet, kann einen schon mal sehr ärgern und frustrieren und zu einem “Rachetrade” führen. Das heißt im Prinzip, dass du unüberlegt zurück in den Markt springst, weil du dich ärgerst, dass du Geld verloren hast und es jetzt mit einem Rachetrade zurück haben willst.

Das darf nicht passieren, denn dieses Verhalten führt unweigerlich dazu, dass du auch den Rest deines Geldes verlieren wirst!

Die Psychologie eines erfolgreichen Traders

success

Psychologen haben Profile von vielen professionellen Gruppen gemacht, wie bspw. Polizisten, Piloten, Feuerwehrleute u.ä. Auch wird es immer beliebter, das Arbeitgeber die Bewerber durch einen Psychotest schicken, um zu erfahren, ob derjenige für den Job geeignet ist. In diesen Tests werden dann bestimmte Qualitäten der Person, je nach Job unterschiedlich, bewertet.

In der letzten Zeit haben Psychologen auch immer öfter untersucht, was ein erfolgreicher Trader für Attribute braucht. Bspw. hat die Universität von Minnesota eine solche Studie gemacht. Herausgefunden haben sie folgendes:

Offenheit – Erfolgreiche Trader sind immer offen für neue Ideen. Sie machen ihren Kopf nicht zu und sperren sich gegen andere und neue Ideen, wenn es sein könnte, dass sie irgendeinen Vorteil haben könnten. Sie haben ein ganz persönliches System, was für sie individuell passt und sind immer wieder bereit auch andere und neue Ideen praktisch zu testen.

Gewissenhaftigkeit/Pflichtgefühl – Trading ist harte Arbeit und erfolgreiche Trader nehmen ihren Job sehr ernst und sind bereit, die “extra Meile” zu gehen. Sie handeln niemals unvorbereitet. Außerdem folgen sie immer den von ihnen festgelegten Regeln und handeln niemals, wenn irgendwelche Kriterien nicht passen.

Pflichtbewsbewusste Trader haben einen festen Zeitplan, dem sie folgen. Außerdem führen sie ihre Aufzeichnungen und ihr Tradingjournal sehr genau.

Persönlichkeitstypen kann man grob in introvertiert und extrovertiert einteilen. Trading ist eigentlich eine sehr einsame Tätigkeit, sodass man meinen könnte, Trader wären eher introvertiert. Stimmt aber nicht, denn viele Trader mögen es, neue Kontakte zu knüpfen. Dafür nutzen sie z.B. Foren oder andere Netzwerke, um Ideen und Informationen usw. auszutauschen. Das würde man im normalen Leben als extrovertiert bezeichnen. Aber selbst wirklich introvertierte Trader nutzen heute Coaches und Mentoren, weil sie realisieren, dass Isolation zu einer Art Tunnelblick führt und das dann das Trading negativ beeinflusst.

Hilfbereitschaft – Erfolgreiche Trader sind immer gewillt ihr Wissen zu teilen und mit ihrem Können anderen Menschen zu helfen. Es scheint so, als ob sie denken, dass alle Wahrscheinlichkeiten gegen sie stehen und, dass “Überlebende” immer zusammen halten müssen/sollten. Viele erfolgreiche Trader werden nebenbei Forex Trading Coaches, nicht nur, weil sie dabei selbst noch etwas lernen, sondern auch, um anderen dabei zu helfen, erfolgreich zu werden. Sie wissen, dass nicht jeder ein erfolgreicher Trader werden kann aber sie wissen auch, dass sie mit ihrem Wissen bei den richtigen Leuten deren Leben zum Guten drehen können.

Neurotisch – Derartiges Verhalten mag in anderen Jobs helfen aber im Trading ist derartiges Verhalten eher schädlich. Eine positive und gewinnorientierte Sicht auf die Zukunft ist eine Grundqualität – insbesondere im Trading.

Das heißt aber alles nicht, dass Personen, die die genannten Qualitäten nicht haben, keine erfolgreichen Trader werden könnten. Motivation und Wollen helfen dabei, die erforderlichen Techniken zu entwickeln und Schwierigkeiten zu überwinden – bei jedem! Außerdem sind diese Charakterqualitäten nicht in Stein gemeißelt. Außerdem zeigt das Überwinden von auftretenden Schwierigkeiten eine gewisse Hartnäckigkeit und dadurch schafft man es auch irgendwann.

Die Analyse des eigenen Selbst und die Identifizierung der eigenen Stärken und Schwächen werden gute Früchte bringen. Deine Persönlichkeit ist wichtig und spielt eine entscheidende Rolle, bspw. im Bereich der Selbstdisziplin und in der Kontrolle deiner Emotionen. Wenn du das noch nicht kannst, musst du die entsprechenden Fähigkeiten entwickeln, um erfolgreich werden zu können.

Zusammenfassung

Ich bin mir sicher, dass dir der heutige Beitrag (auch, wenn er relativ lang war) solide Informationen und Einsichten in die Welt der Trading-Psychologie gegeben hat. Es ist extremst wichtig, dass du die Wichtigkeit dieses Themas nicht unterschätzt, denn die Psychologie ist DAS WICHTIGSTE, was dich zu einem erfolgreichen Trader macht. Du musst dein Verhalten bewusst beobachten und deine Emotionen kontrollieren lernen – andernfalls kannst du nicht dauerhaft gewinnbringend Währungen, Aktien & Co. handeln.

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