Demo- oder Live-Trading? Was du wissen solltest!

Eine der Fragen, die mich von den meisten Trading-Neueinsteigern erreichen, ist, wie lange man mit einem Demokonto handeln sollte bzw. ab wann man auf ein Echtgeld-Tradingkonto umsteigen sollte. Meine Ansicht zum Demo-Trading ist da doch etwas anders, als das, was man sonst so liest und hört. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass du es im Trading (wie in so vielen anderen Bereichen auch9 nicht schaffen wirst, wenn du es wie “die breite Masse” machst. 99% aller Trader lesen den selben Kram in Foren und Büchern, bekommen dieselben Ratschläge, folgen demselben Weg – und scheitern! Es ist deshalb Zeit einen anderen Weg zu gehen und so, wie ich es gemacht habe, hat es super funktioniert. Vielleicht klappt es ja auch für dich.

Keine Frage: Als erstes immer nur Demo-Trading!

Kein Zweifel! Jeder Neuling sollte in den ersten zwei bis drei Monaten erst einmal mit einem Demokonto handeln. Den größten Fehler, den ich aber immer wieder sehe, ist, dass die meisten nicht den Umstieg auf ein Echtgeldkonto schaffen und dann quasi dauerhaft mit dem Demokonto handeln. Sie sind quasi im Demo-Modus gefangen! Zu lange mit dem Demokonto zu handeln führt aber dazu, dass du dich und dein Trading ruinierst. Dazu aber später mehr.

Der Sinn der Demokonten

Wenn es um das Demo-Trading geht, solltest du dich fragen, was diese Konten überhaupt für einen Sinn haben. Was soll man damit eigentlich und vor allem auch, was willst du denn mit dem Demokonto lernen, testen, was auch immer tun? Nur dann kannst du überhaupt herausfinden, wann du an dem Punkt bist, an dem du das erreicht hast.

Die Hauptdinge, für die ein Demokonto gedacht ist:

1. Plattform verstehen/kennen lernen:

Gerade ein Neueinsteiger muss seine Handelsplattform bis ins Detail kennen lernen. Du solltest jeden Knopf mal gedrückt haben und wissen, was dann passiert. Auch die Menüs etc. solltest du dir angucken. Nur, wenn du weißt, wie deine Plattform funktioniert, kannst du auch erfolgreich handeln. Nachzudenken, wie deine Plattform funktioniert während du schon Echtgeld-Trades machst, ist ein klares Zeichen, dass du viel zu schnell bist.

2. Order Dynamiken kennen lernen:

Je nachdem, in welchem Markt du handelst, musst du die unterschiedlichen Order-Arten kennen und verstehen und auch wissen, wie du deine Trades ausführen kannst/solltest. Demokonten sind der perfekte Ort, um das zu testen, denn Fehler haben dort keine realen Konsequenzen.

Lerne die Unterschiede zwischen Market- und Pending-Orders. Wie funktionieren Limit- und Stop-Orders? Wie gibst du Takeprofit- und Stoploss-Orders ein und, was passiert, wenn der Preis dahin kommt?

Probiere einfach alles aus und gucke, was passiert. Du wirst dann ziemlich schnell verstehen, wie die ganzen Dinge funktionieren und es ist wirklich überraschend, wie wenige “Trader” nicht einmal diese Basissachen kennen und wissen.

3. Marktdynamik kennen lernen:

Gerade als neuer Trader ist das absolut über-lebenswichtig, um große Verluste und unnötige Fehler zu vermeiden! Während deiner dreimonatigen Demo-Phase musst du genau die Marktdynamiken beobachten. Wie bewegt sich der Preis? Schreibe dir alles auf, was dir irgendwie auffällt

Hier eine kleine Checkliste, worauf du achten solltest:

  • Wann bewegt sich der Preis schnell, wann langsam/gar nicht?
  • Wie unterscheiden sich die Preisbewegungen in unterschiedlichen Märkten (Forex, CFD, Aktien, …) und auf den unterschiedlichen Zeiteinheiten?
  • Welche Zeiteinheit passt am besten zu deinem Tagesablauf?
  • Wie beeinflussen Nachrichten den Preis und welche Nachrichten beeinflussen den Preis am meisten?
  • Mit welchem Verhalten der Kurse fühlst du dich am besten/sichersten?
  • Siehst du eine große Menge Kurslücken und, was machst du damit?
  • Kannst du ruhig schlafen, wenn du Positionen über Nacht hältst?

Was Demo-Trading NICHT kann:

Es ist wirklich wichtig zu wissen, was Demo-Trading nicht für dich tun kann und, was du davon nicht erwarten kannst. Der Großteil der Trader wird auf die Punkte unten gucken und trotzdem versuchen, es irgendwie hinzubekommen – ein riesiger Fehler!

1. Dein System validieren:

Das ist so eine Art Erbsünde im Trading und trotzdem tun sie fast alle! Du kannst mit einem Demokonto nicht herausfinden, ob deine Strategie funktioniert und gewinnbringend ist. Es ist vollkommen egal, wie gute Ergebnisse du im Demo-Trading hast – im Live-Trading wird es nicht so sein!

Demo-Trading ist wie fahrradfahren mit Stützrädern; du wirst dir nicht weh tun und alles wird einigermaßen gut sein. Wenn du die Stützräder dann ab machst bist du aber trotzdem kein guter Radfahrer!

Wie ich oben geschrieben habe, ist Demo-Trading dazu gedacht, dass du die Plattform und die Märkte kennen lernst – NICHT, um die Profitabilität und Funktion deiner Strategie zu testen!

Vielleicht gewinnst du dadurch ein wenig Vertrauen in deine Strategie und übst die Abläufe etwas ein aber gute Demotrading-Ergbnisse werden sich niemals so auf deinem Live-Trading ergeben!

2. Dich auf das Live-Trading vorbereiten:

Demo- und Live-Trading sind völlig unterschiedliche Dinge und aus reiner Tradingsicht haben sie nahezu nichts miteinander zu tun! Wenn du schon ein bisschen Live-Trading Erfahrungen hast, wirst du wissen, dass das Problem nicht ist, die Trades zu finden und korrekt auszuführen, sondern es in der Regel der Kopf (die Psyche) ist, die die Trader in die Kacke reißt! Die Emotionen sind das Problem und die sind nur da, weil ECHTES GELD im Spiel ist! Hier also eine kleine Liste, worauf dich Demo-Trading nicht vorbereiten kann:

  • Die Disziplin, tagelang auf den richtigen Moment zu warten!
  • Mit dem Druck und der Unsicherheit umzugehen, sobald der Trade im Markt ist!
  • Die Emotionen zu bekämpfen, die dich dazu “zwingen”, deine Verlierer laufen zu lassen und deine Gewinner viel zu früh aus dem Markt zu nehmen!
  • FOMO (Fear of missing out / Angst etwas zu verpassen) und somit viel zu früh in den Markt zu gehen, weil du unbedingt Geld verdienen willst!
  • Angst vor Verlusten und deshalb die Tendenz, wirklich gute Tradingchancen nicht wahrzunehmen.
  • Gier !!!

Viele Trader behaupten, man müsse sein Demokonto nur so behandeln, als wäre es ein Echtgeld-Konto. Auch ich habe das lange Zeit gesagt. Fakt aber ist: Das funktioniert nicht! Dein Gehirn weiß tief in dir drin, dass das eben nicht das echte Geld ist und knallt dir deshalb auch nicht die vollen Emotionen rein!

Die größte Gefahr des Demo-Trading

Das größte Problem bei Tradern, die zu lange im Demo-Modus handeln: Es schleifen sich undisziplinierte Trading-Verhaltensweisen ein, weil du eben keine echten Konsequenzen hast. Das geht meist vollkommen unbewusst, bricht dir aber das Genick, wenn du dann mit echtem Geld handelst!

Ein Mensch, der nicht für sein schlechtes Verhalten bestraft wird und, der keinen Schmerz dafür fühlt, tendiert dazu, einfach so mies weiter zu machen. Wenn das auch dir passiert, kannst du sicher sein, dass du dein Geld später verlieren wirst!

Du hörst das nicht oft, aber: Wenn du zu lange mit Demo-Konten handelst, tust du dir damit deutlich mehr Schlechtes, als Gutes an!

Wie wechselt man von Demo- auf Live-Trading?

Nachdem du nun weißt, was dir ein Demo-Konto Gutes tun kann und was nicht, hier nun ein paar Tipps für einen fließenden und guten Übergang vom Demo- um Live-Konto:

1. Fange klein an:

Du wirst aller Wahrscheinlichkeit nach deine ersten (paar) Tradingaccounts komplett erden (verlieren)! Es ist also wichtig, dass du wirklich nur Geld dafür nimmst, dass du wirklich auch verlieren kannst ohne in Schwierigkeiten zu kommen!

Genau so wichtig ist es aber, dass es die Verluste auch wert sind! Das heißt: Du musst dann wissen, warum du das Geld verloren hast und auch, wie du das möglichst in Zukunft verhindern kannst! Geld zu verlieren ohne dabei etwas zu lernen ist absolute Geldverschwendung und einfach nur dumm!

2. Schütze dein emotionales Kapital

Wie gesagt: Es ist nahezu sicher, dass du in den ersten Jahren mehr Geld verlieren wirst, als du gewinnst. Dabei ist es seeeehr wichtig, dass du dein “emotionales Kapital” schützt. Ein Trader, der den Spaß und die Motivation verliert wird schnell frustriert und gibt dann auf! Dann waren die gesamten Verluste und die gesamte Arbeit umsonst! Das sollte nicht passieren.

Stelle sicher, dass du weißt, warum du das alles tust und passe auf, dass du nicht irgendwelchem unrealistischen Erwartungen hinterher hechelst. Sei nicht zu hart zu dir! Genieße und erfreue dich an dem Prozess des Tradings an sich!

3. Schaue nicht aufs Geld!

Du wirst am Anfang kein Geld verdienen also konzentriere dich stattdessen lieber darauf, die Abläufe zu perfektionieren! Deine Top-Prioritäten sollten am Anfang sein: Disziplin aufbauen, Vertrauen in die Regeln deines Systems gewinnen, eine starke Trading-Routine aufbauen und Trading zu deiner Passion machen.

Diese Dinge, zusammen mit einem konservativen Risiko- und Moneymanagement Ansatz werden zwangsläufig zu einem soliden Fundament führen und mit der Zeit auch zu Gewinnen!

Wie siehst du das mit dem Demo-Trading? Was hält dich zurück und, was sind deine größten Probleme und Sorgen? Lasse es mich in den Kommentaren wissen. Ich helfe gerne, wenn ich kann.